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OL-Halbfinale: "Wölfe" vs. Blizzards

…was für ein Spiel – dennoch kleines Finale

EIN GEILES SPIEL FÜR ALLE BETEILIGTEN UND ZUSCHAUER. Das kann man wohl als Fazit vorne weg nehmen, wobei die Überraschung erneut ausblieb. Erst in den letzten 90 Sekunden können die favorisierten “Wölfe” aus Malchow den Finaleinzug perfekt machen und siegen am Ende mit 5:3 (1:0;0:1;4:2) gegen die Blizzards aus der “4-Tore-Stadt”.

Doch fangen wir vorne an. Sonntag, 14.02.2016, das zweite Halbfinalspiel stand an, nachdem der amtierende Meister, die “Wikinger” aus Klink, am Vorabend souverän mit 19:4 gegen den OSC Berlin den Finaleinzug buchte. Um 18.30 Uhr fiel der erste Puck auf das Eis und wir Blizzards gingen von Beginn an hoch konzentriert in das Spiel. Unser Ziel war es, das erste Drittel mit einem guten Ergebnis zu beenden, um das Spiel so lange wie möglich offen zu halten und damit den Druck auf Malchow aufrecht zu halten. Wir mussten allerdings den kurzfristigen Ausfall unserer #12, Christian Engel, verkraften, der sich beim warmup eine Muskelverletzung zuzog. So sprang unser “Ersatzmann”, Andreas Wieding #20, in die Bresche und er machte seine Sache ausgezeichnet. Der Favorit, die Malchower “Wölfe”, war wie erwartet das aktivere Team und so gingen sie durch einen abgefälschten Schuss in der 5. Minute mit 1:0 in Führung. Martin Noffz war der letzte Spieler der an der Scheibe war und somit der Torschütze.

Wir ließen uns aber nicht aus der Ruhe bringen, verteidigten gut und erarbeiteten uns zunehmend mehr Torchancen. Leider vergaben wir diese und waren manch einmal nicht clever genug, um daraus auch Kapital zu schlagen. Dennoch war unsere Disziplin hervorragend und so kassierten wir keine einzige Strafe im ersten Spielabschnitt, der taktisch geprägt war und kein Team wollte ein unnötiges Risiko eingehen. So blieb es beim 0:1 aus unserer Sicht und wir hatten unser erstes kleines “Ziel” erreicht. In der ersten Pause fand unser Trainergespann, bestehend aus Manuel Grossrubatscher #3 und Maik Garling #91, die richtigen Worte und wir gingen motiviert in das Mitteldrittel.

Dort wurde das Spiel etwas intensiver und es gab einige kleine Bankstrafen gegen beide Teams. Da wir aber gegen die schnellen Malchower auch in dieses Drittel gut rein kamen, wurden wir mutiger und unsere Torchancen häuften sich. Erwähnen möchte ich unsere #94, Richard Schulz, der leider sein letztes Spiel in der Ostseeliga absolvierte. Er setzte sich sehr oft durch und brachte immer wieder Unordnung in die Defensive der “Wölfe”. In der 32. Minute war es dann soweit und wir konnten endlich den Ausgleich erzielen. Jonas Trubel #25 war es schließlich, der mit einem flachen aber platzierten Schuss das 1:1 erzielte. Kurz darauf hatten wir sogar eine doppelte Überzahl, verpassten es aber erneut die Sache spielerisch zu lösen und somit auch die Führung. Auch dieser Abschnitt war sehr spannend, denn es gab viele Torchancen auf beiden Seiten. Beide Teams standen tief und lauerten zunehmend auf Kontergelegenheiten, was der Spielstand von 1:1 nach 40 Minuten bestätigt. Der nächste Schritt aus Blizzards-Sicht war getan, denn wir hatten uns ein alles entscheidendes letztes Drittel erkämpft. Denn nur der Sieger kann am kommenden Wochenende um den Meistertitel kämpfen. Unsere Trainer bewiesen erneut Fingerspitzengefühl und nahmen uns mit ihren Anweisungen den Druck, mahnten zur Vorsicht und motivierten uns, nochmal 110 % für die Sensation zu geben.

Ich bin nun seit 7 Jahren der Vorsitzende der Blizzards und ein solch spannendes letztes Drittel habe ich noch nicht erlebt. Die 44. Minute sollte es sein, ehe Maik Garling #91 einen strammen Pass auf Marcel Dachner #72 spielte, den Puck umgehend von ihm zurück bekam und zur 2:1 Führung für die Blizzards einnetzte. Wir wussten natürlich das noch viel Zeit auf der Uhr war, jedoch erhöhten wir den Druck auf die “Wölfe” weiter. Nun waren wir es, die zum Teil unnötige Zeitstrafen bekamen, und da zeigte sich dann die Klasse und Routine der “Wölfe”. Zwei Powerplay-Tore von Robin Kühn stellten vorerst wieder auf 3:2 und somit auf “durchatmen” für die Hausherren. Wir wehrten uns mit allem was wir hatten und kamen weiterhin zu guten Gelegenheiten, ohne dabei den Laden hinten aufzugeben. Unser Goalie, Marcus Gloede #40, ließ sich nicht verrückt machen und fing alles weg, was man wegfangen kann. Blizzards-Kapitän Manuel Grossrubatscher #3 zog in der 56. Minute unsere Auszeit und wir stellten unsere Reihen etwas um. Dies trug Früchte, denn 30 Sekunden später und somit in der 57. Minute fiel der erneute Ausgleichstreffer, der uns jubeln ließ. Wieder war es Marcel Dachner #72, der Maik Garling #91 bediente und er wiederrum ließ dem Malchower Schlussmann keine Chance. 3:3 und noch 3 Minuten auf der Uhr. Überraschung ?? In der 59. Minute konnte ich, Martin Endlich #7, einen Pass der “Wölfe” abfangen und machte mich auf den Weg zum gegnerischen Tor. Nachdem man mich unsanft von den Beinen holte, gab es den fälligen Penalty. Oh man, da hätte ich mir wohl ein Denkmal bauen können ;-) !! Wäre er drin gewesen, hätten wir natürlich die 90 Sekunden mit Mann und Maus gemauert und wer weiß…!? Hätte, wenn und aber. Dies zählt auch im Eishockey nicht. Ich hatte definitiv einen Plan, konnte ihn aber letztlich nicht umsetzen und so war es Ricco Meyer, der “Wölfe”-Goalie, der die Oberhand behielt. Das war natürlich relativ bitter, dass ausgerechnet ich ihn in dieser Situation vergebe, jedoch hätten wir unsere Tore einfach vorher schießen müssen, denn Chancen waren ausreichend da. So ist es halt. Für die Zuschauer war es jedenfalls ein Krimi und definitiv besser als irgendein “Sonntagabend-Tatort” oder ähnliches. Nun kam es wie es kommen musste. Wir wollten auch die letzten Sekunden alles richtig machen aber da kam dann die bereits angesprochene Routine. Vielleicht hatten die Malchower durch den vergebenen Penalty etwas Oberwasser, denn sie schnappten uns die Scheibe weg und konnten eine 2 auf 1 Situation erfolgreich abschließen und gingen noch in der 59. Minute mit 4:3 in Führung. Etwas mehr als eine Minute ist nicht viel Zeit, jedoch ist im Eishockey viel möglich. Wir gaben uns noch nicht geschlagen und kamen noch zu 2 Torschüssen, die den Weg aber nicht mehr in das Tor finden sollten. Wir warfen definitiv alles nach vorne was wir hatten aber statt des erhofften Ausgleichtreffers gab es in der 60. Minute noch den fünften Gegentreffer (Robert Benz von der blauen Linie). Dieser war aber letztlich unwichtig. So verpassten wir die Überraschung mit 3:5 denkbar knapp, erspielten uns aber jede Menge Respekt und so kommt es dann doch zum erwarteten Finale.

Fazit: Dieses Spiel war Werbung für den Eishockeysport (speziell im Land M-V), denn es wurde von Kampf und Fairness dominiert. Dramatik pur für die Zuschauer UND die Spieler. Am Ende setzte sich eben doch der Favorit durch und dazu gratulieren wir selbstverständlich auch, jedoch hätte sich niemand beschweren brauchen, wenn es eben anders gekommen wäre, denn durch großen Kampf der Blizzards haben wir die “Wölfe” erst in diese Situation gebracht. Wir konnten sie aber gehörig ärgern und wenn die Halle Sekunden vor Schluss “Kopf steht”, haben wir Blizzards einiges richtig gemacht.

Ein riesen Dank gilt unseren zahlreichen Fans, die der ungünstigen Spielzeit und dem “Valentinstag” getrotzt haben und eben für uns da waren. Auch wir kassierten großen Applaus, was natürlich über die “harten” Minuten direkt nach dem Spiel geholfen hat.

Am kommenden Sonnabend, den 20.02.2016, spielen wir ab 15 Uhr das “kleine Finale” gegen den OSC Berlin, ehe sich ab 18 Uhr dann die “Wikinger” und die “Wölfe” um die Ostseeliga-Meisterschaft gegenüber stehen. Im Anschluss erfolgt die Ehrung der Meisterschaft.

Auch im Spiel um Platz 3 hoffen wir auf eure Unterstützung, die wir dringend benötigen werden, da die Ausfallliste schon sehr lang ist.

Also nochmal, Glückwunsch an die “Wölfe” und ein dickes DANKE für dieses geile Spiel.

Für die Blizzards auf dem Eis:

Tor: Marcus Gloede #40

Verteidigung: Manuel Grossrubatscher #3, Johannes Rüter #5, Jan “Anton” Saefkow-Krüger #11

Angriff: Martin Endlich #7, Christian Weber #17, Andreas Wieding #20, Christian Heilemann #23, Jonas Trubel #25, Ulli Stüber #66, Marcel Dachner #72, Maik Garling #91, Richard Schulz #94